Mit den ersten warmen Tagen im Frühling beginnt für Viele die Gartensaison. Der Vorgarten bietet großes Potenzial, um das eigene Zuhause klimaresilienter zu gestalten. Wer Schotter und Pflaster durch Pflanzen, Rasen und durchlässige Wege ersetzt, macht sein Grundstück nicht nur schöner, sondern verbessert auch das Mikroklima. „Ein naturnah gestalteter Vorgarten ist pflegeleicht, kühlt die Umgebung und hilft, Starkregen besser versickern zu lassen,“ erklärt Norbert Strauß, Referent in der Gruppe Klimaanpassung der Verbraucherzentrale NRW.
Wenn der Vorgarten zur Hitzefalle wird
Viele Vorgärten bestehen noch immer aus Pflaster- oder Schotterflächen mit deutlichen Nachteilen für Mensch und Umwelt. Solche Flächen speichern Wärme, geben sie nachts wieder ab und verschlechtern das Mikroklima rund ums Haus. Weil Regenwasser kaum versickern kann, steigt das Risiko von Überschwemmungen bei Starkregen. Zusätzlich bieten Stein- und Betonflächen weder Nahrung noch Lebensraum für Insekten und Tiere. Auch die Aufenthaltsqualität vor dem Haus leidet, denn graue Flächen wirken trostlos und monoton statt einladend und lebendig.
Durchlässige Wege lassen Wasser versickern
Wege oder Stellplätze lassen sich mit sogenannten versickerungsfähigen Belägen klimaangepasst und optisch ansprechend anlegen. Durch Rasengittersteine oder Pflaster mit breiten Fugen kann Regenwasser besser im Boden versickern und die Kanalisation entlasten.
Begrünte Zwischenräume mit Rasen oder trittfesten Pflanzen können die natürliche Wasseraufnahme zusätzlich fördern. Der Frühling bietet ideale Bedingungen, um solche Flächen neu anzulegen, da Boden und Temperaturen ideale Bedingungen für die neue Begrünung bieten.
Stauden und Gehölze schaffen Struktur und Vielfalt
Mehrjährige Stauden, niedrige Gehölze und blühende Bodendecker schaffen einen attraktiven und pflegeleichten Vorgarten. Unterschiedliche Pflanzenhöhen geben Struktur und Tiefe, während ihre Blütezeiten für Farbe und Nahrung für Insekten sorgen. Wichtig ist, Pflanzen zu wählen, die zum Standort passen, also zur Sonneneinstrahlung, Schatten und Bodenbeschaffenheit. Durch die Kombination robuster und klimaangepasster Arten bleibt der Garten auch in trockenen Sommern vital.
Bäume und Sträucher als natürliche Klimaanlage
Kleine Gehölze oder Bäume können im Vorgarten eine große Wirkung entfalten. Sie spenden Schatten, verbessern die Aufenthaltsqualität für Anwohner:innen und Vögel und nehmen Regenwasser auf. Gleichzeitig kühlen sie ihre Umgebung durch Verdunstung, ein Effekt, der an heißen Sommertagen deutlich spürbar ist. Gerade in dicht bebauten Wohngebieten entstehen im Sommer häufig sogenannte Hitzeinseln, in denen sich die Wärme staut und die Umgebung auch nachts aufgeheizt bleibt. Bäume und größere Pflanzen können diese Wärmebelastung deutlich reduzieren. Bei der Auswahl lohnt es sich, auf heimische oder besonders klimaresiliente Arten zu achten, da sie meist besser mit trockenen Sommern und wechselnden Wetterbedingungen zurecht-kommen.
Fördermöglichkeiten nutzen
Die Verbraucherzentrale NRW bietet eine aktuell überarbeitete Fördermittelliste zu klimafreundlicher Gartengestaltung und Entsiegelung an. Dort finden Haus- und Gartenbesitzer:innen kompakte Informationen zu Anlaufstellen in ihrer Region.
Weiterführende Informationen:
- Inspirationen für konkrete Umsetzungsideen inklusive passender Pflanzliste
www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-vorgarten - Regelmäßige praxisnahe Online-Seminare zur Entsiegelung und Begrünung
www.klimakoffer.nrw/veranstaltungen - Aktuelle Fördermittelliste zur Entsiegelung und Begrünung
www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-begruenung-foerderung
