Entsiegeln und Begrünen - für klimaangepasste und zukunftssichere Flächen

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Dieser Artikel gibt einen kurzen, prägnanten Überblick über die Probleme versiegelter Flächen und zeigt, wie Entsiegelung und Begrünung – insbesondere von Schottergärten – auch in Eigenleistung umgesetzt werden kann. Ideal zum Abspeichern, Ausdrucken oder Weitergeben.
Bild Vergleich Schottergarten und Vorgarten
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In unseren Städten ist fast die Hälfte der Bodenfläche versiegelt – Tendenz steigend. Gerade in Innenstädten führt das zu Problemen: Versiegelte Flächen heizen sich stark auf, besonders im Sommer. Gleichzeitig kann Regenwasser nicht mehr versickern – Überschwemmungen bei Starkregen sind die Folge. Die gleichen Probleme treten auch bei Schottergärten auf. 

Zudem nehmen gesundheitliche Beschwerden in der Bevölkerung spürbar zu – insbesondere ältere Menschen leiden zunehmend unter der stetigen Aufheizung der Städte in den letzten Jahren. 

Begrünung wirkt dem aktiv entgegen: Sie sorgt für kühlere, lebenswertere Städte und schützt unsere Gesundheit. 

Vorteile der Entsiegelung bzw. Begrünung eines Schottergartens

  • Wassermanagement und Hochwasserschutz: Entsiegelte Flächen können Regenwasser besser versickern lassen, was bei Starkregen Überschwemmungen vorbeugt und die Kanalisation entlastet.
  • Kostenersparnis durch Reduzierung der Abwassergebühren: Viele Kommunen bieten finanzielle Anreize, wenn Flächen entsiegelt werden. Dies kann zu einer Reduzierung der Abwassergebühren führen.
  • Verbesserung des Mikroklimas: Die Reduzierung der Versiegelung senkt die Temperaturen in städtischen Gebieten und trägt so zur Verbesserung des lokalen Klimas bei.
  • Förderung der Biodiversität: Durch die Bepflanzung von Vorgärten oder das Entfernen von Schottergärten werden Lebensräume für Insekten und andere Tiere geschaffen. 

Nachteile von versiegelten Flächen und Schottergärten

  • Hitzespeicher: Schotterflächen verstärken die sommerliche Aufheizung.
  • Kein Lebensraum: Weder Pflanzen noch Tiere finden hier Nahrung oder Schutz.
  • Versiegelung statt Versickerung: Wasser fließt oberflächlich ab, Boden wird leblos. 

Welche Maßnahmen können zur Entsiegelung eines Schottergartens ergriffen werden? 

Beste Lösung: Rückbau des Schottergartens 

  1. Steine und Folien vollständig entfernen.
  2. Boden tiefgründig umgraben und auflockern.
  3. Bodenaktivator und Kompost (mind. 4 l/m²) einarbeiten.
  4. Fläche ruhen lassen, dann naturnah und insektenfreundlich bepflanzen – mit Pflanzen, die über das Jahr verteilt blühen.

Alternativ: Verbesserung eines Schottergartens ohne kompletten Rückbau 

  1. Folie mit dem Messer durchlöchern – Luft und Wasser müssen in den Boden.
  2. Feinkornmaterial (z. B. Grubensand oder Kiessand) einstreuen – ca. 50 l/m².
  3. Für Pflanzen mit höherem Nährstoffgehalt 2-3 cm Kompost (ca. 20 l/m²) ausbringen und anschließend vorsichtig mit Feinkornmaterial mischen. Für magere Wildblumenwiesen diesen Schritt überspringen.
  4. Blühpflanzen aussäen oder Stauden pflanzen – am besten trockenheitsresistent und insektenfreundlich. 

Förderprogramme nutzen 

Viele Kommunen und Städte unterstützen Fassadenbegrünungen mit Zuschüssen oder finanziellen Anreizen. Ob Planung, Umsetzung oder Pflege – oft lassen sich ein Teil der Kosten über öffentliche Fördermittel abdecken. Einen Überblick über aktuelle Förderprogramme in NRW finden Sie unter: www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-begruenung-foerderung

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